Alle 12 WM 2026 Gruppen im Detail — Favoriten, Außenseiter und Chancen
Die WM 2026 bringt 12 Gruppen statt der bisherigen 8. Das bedeutet: Mehr Spiele, mehr Dramatik, mehr Überraschungen. Hier alle Gruppen von A bis L im Überblick — mit Favoriten, Außenseitern und einer Einschätzung, welche Teams es in die K.O.-Runde schaffen könnten. Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei den deutschsprachigen Nationen: Deutschland in Gruppe E, Österreich in Gruppe J und die Schweiz in ihrer Gruppe.

Das neue Gruppen-System der WM 2026
Mit der Erweiterung auf 48 Teams und 12 Gruppen ändert sich der Charakter der Gruppenphase. Während früher 8 Gruppen je 2 Teams ins Achtelfinale schickten, qualifizieren sich jetzt aus jeder Gruppe die ersten zwei Plätze automatisch fürs Sechzehntelfinale. Zusätzlich kommen die 8 besten Gruppendrittplatzierten weiter — das macht die Gruppenphase spannender bis zum Schluss.
Den vollständigen Mechanismus der Gruppenphase erklärt der Artikel zur WM 2026 Gruppenphase.
Gruppe A — die erste Gruppe mit Gastgeber-Bonus
| Team | Kontinentalverband | Einschätzung |
|---|---|---|
| USA (Gastgeber) | CONCACAF | Favorit |
| Team 2 | — | Mittelfeld |
| Team 3 | — | Außenseiter |
| Team 4 | — | Außenseiter |
Die USA als Mitgastgeber genießen Heimvorteil und werden ihre Gruppe voraussichtlich dominieren. Die amerikanische Nationalmannschaft hat sich in den letzten Jahren deutlich verbessert — mit Spielern wie Christian Pulisic in der Bundesliga und weiteren Stars in europäischen Topligen. Dazu kommt der Heimvorteil: Volle Stadien, laute Fans und die Energie eines Turniers im eigenen Land.
Gruppe B — erste Überraschungskandidaten
Die Gruppenphase der WM 2026 wird mehrere sogenannte Todesgruppen enthalten — Gruppen, in denen mindestens drei starke Teams um zwei Weiterkommen-Plätze kämpfen. Historisch waren das die Gruppen, die das größte Drama produzierten.
Mit 12 Gruppen sinkt die statistische Wahrscheinlichkeit einer echten Todesgruppe etwas — weil die Topteams über mehr Gruppen verteilt werden. Trotzdem: Drei oder vier Gruppen werden wohl echte Hochkaräter-Duelle liefern.
Gruppe C — Brasilien oder Topfavoriten
Brasilien gehört traditionell zu den gesetzten Teams. Bei der WM 2026 werden die Seleção in einer Gruppe mit drei weiteren Mannschaften spielen. Brasiliens Spieler kommen aus den besten europäischen Ligen — Real Madrid, Chelsea, Paris Saint-Germain. Das Team gilt neben Frankreich und Argentinien als einer der drei Titelkandidaten.
Gruppe D — Europäischer Block
Mehrere europäische Nationen mit langer WM-Tradition spielen in den Gruppen D, F, G und H. Teams wie Portugal, Spanien, England, Frankreich und die Niederlande sind gesetzt und werden in der Regel Gruppensieger. Entscheidend wird sein, gegen wen sie antreten.
Gruppe E — Deutschland als klarer Favorit
| Team | Einschätzung |
|---|---|
| Deutschland | Klarer Favorit, Gruppensieger erwartet |
| Elfenbeinküste | Solider Gegner mit Bundesliga-Profis |
| Ecuador | Gut organisiert, physisch stark |
| Curaçao | WM-Neuling oder Außenseiter |
Deutschland in Gruppe E ist die Konstellation, auf die alle deutschen Fans gewartet haben. Die DFB-Elf gilt als klarer Favorit auf den Gruppensieg. Bundestrainer Julian Nagelsmann (Stand: Qualifikationsphase 2025) hat das Team neu aufgestellt — mit einem klaren Spielstil, erfahrenen Spielern aus der Bundesliga und internationalen Topligen.
Die Elfenbeinküste ist der gefährlichste Gegner: Spieler wie Sébastien Haller oder andere Bundesliga-Legionäre kennen den deutschen Fußball. Ecuador ist defensiv stark und schwer zu bespielen. Curaçao — falls qualifiziert — wäre ein WM-Neuling, der mit Leidenschaft spielt, aber qualitativ deutlich zurückliegt.
Prognose Gruppe E: Deutschland Platz 1, Elfenbeinküste oder Ecuador Platz 2.
Gruppe F — Frankreich oder Topnation
Frankreich gilt seit dem WM-Sieg 2018 und dem Finale 2022 als dauerhafter Titelkandidat. Die Equipe Tricolore hat eine der stärksten Generationen ihrer Geschichte — Kylian Mbappé bei Real Madrid, Antoine Griezmann, Olivier Giroud (möglicherweise zurückgetreten) und ein starkes Mittelfeld. Frankreichs Gruppenspiele werden unter besonderer Beobachtung stehen.
Gruppe G — Spanien und das tiki-taka-Erbe
Spanien gewann drei Europameisterschaften in Serie (2008, 2010, 2012) und ist mit einer neuen Generation — angeführt von Pedri, Gavi und Lamine Yamal — wieder ein Titelkandidat. Bei der WM 2026 wird Spanien in einer der ersten vier Gruppen gespielt haben und wird als Favorit in die K.O.-Phase einziehen.
Gruppe H — England und der Fluch der Halbfinale
England hat bei WM-Turnieren eine lange Geschichte des nahestehenden, aber nicht ganz erreichbaren Titels. Gareth Southgate (Stand vor WM 2026 möglicherweise abgelöst) oder sein Nachfolger führt ein Team mit Premier-League-Stars. Harry Kane beim FC Bayern München, Jude Bellingham bei Real Madrid — England hat Weltklasse-Spieler in der Startelf.
Gruppe I — Südamerikanischer Block
Neben Argentinien und Brasilien sind auch Uruguay und Kolumbien starke südamerikanische Mannschaften. Uruguay — historischer Weltmeister von 1930 und 1950 — hat eine neue Generation mit Darwin Núñez und Federico Valverde. Kolumbien mit James Rodríguez, sollte er noch aktiv sein, könnte ebenfalls für Überraschungen gut sein.
Gruppe J — Österreich gegen Argentinien
| Team | Einschätzung |
|---|---|
| Argentinien (amtierender Weltmeister) | Topfavorit auf Platz 1 |
| Österreich | Zweiter Platz realistisch |
| Team 3 | Außenseiter |
| Team 4 | Außenseiter |
Das Highlight der Gruppenphase: Österreich gegen Argentinien. Lionel Messi — falls er noch spielt — gegen das österreichische Nationalteam. Selbst wenn Messi bei der WM 2026 nicht mehr dabei ist, bleibt Argentinien mit Julián Álvarez, Enzo Fernández und anderen Stars ein Topteam.
Für Österreich ist die Teilnahme an einer WM ohnehin historisch. Die Mannschaft unter Ralf Rangnick hat sich qualitativ deutlich verbessert. Spieler wie Marcel Sabitzer, Konrad Laimer und David Alaba (falls fit) geben Österreich einen europäischen Topliga-Kern. Platz 2 hinter Argentinien ist das realistische Ziel — und damit der sichere Einzug ins Sechzehntelfinale.
Gruppe K — Asien und Ozeanien
Mit 8 asiatischen Startplätzen (statt früher 4+1) sind erstmals mehrere asiatische Nationen dabei. Japan, Südkorea, Saudi-Arabien, Iran, Australien — asiatische Teams haben in den letzten Jahren ihren Fußball deutlich entwickelt. Gruppe K oder L könnte eine solche Gruppe mit überraschend wettbewerbsstarken Teams sein.
Gruppe L — Afrika mit mehr Startplätzen
Afrikanische Nationen haben bei der WM 2026 deutlich mehr Startplätze: 9 statt früher 5. Marokko — Halbfinalist 2022 — gilt als stärkstes afrikanisches Team. Senegal mit Sadio Mané (falls noch aktiv), Nigeria mit einer neuen Generation und Ägypten sind weitere ernsthafte Kandidaten.
Gesamtübersicht aller Gruppen:
| Gruppe | Gastgeber/Topteam | Besonderheit |
|---|---|---|
| A | USA | Heimvorteil |
| B | Mexiko oder KAN | Gastgeberteam |
| C | Brasilien | Top-Titelkandidat |
| D | Portugal oder Niederlande | Starke Europäer |
| E | Deutschland | DFB-Elf klarer Favorit |
| F | Frankreich | Titelverteidiger 2018 |
| G | Spanien | Generationsstärke |
| H | England | Titelkandidat |
| I | Kolumbien/Uruguay | Südamerika-Block |
| J | Argentinien | Amtierender Weltmeister |
| K | Japan/Südkorea | Asien-Vertreter |
| L | Marokko/Nigeria | Afrikanische Stars |
Welche Gruppen werden die spannendsten sein?
Erfahrungsgemäß werden folgende Gruppen besonders viel Aufmerksamkeit bekommen:
Gruppe E (Deutschland): Wegen der deutschen Fan-Basis und den klaren Erwartungen an die DFB-Elf ist jedes Spiel Deutschlands ein TV-Ereignis in Deutschland, Österreich und der Schweiz.
Gruppe J (Österreich/Argentinien): Wenn Argentinien mit dem amtierenden Weltmeistertitel antritt und Österreich als Underdog dagegenhält, ist das dramatisches Fußball-Kino.
Todesgruppe X: Mindestens eine Gruppe wird zwei oder drei Topnationen enthalten, die sich gegenseitig eliminieren. Historisch passiert das fast bei jedem Turnier.
Gruppenregeln und Weiterkommen im Detail
In jeder der 12 Gruppen spielen die Teams nach dem Rundenprinzip: Jeder gegen jeden, dreimal pro Team, sechsmal pro Gruppe. Die Punkte werden nach dem bekannten FIFA-System vergeben: 3 Punkte für einen Sieg, 1 Punkt für ein Unentschieden, 0 Punkte für eine Niederlage.
Bei Punktgleichheit innerhalb einer Gruppe gilt zunächst das direkte Ergebnis zwischen den betreffenden Teams. Ist auch dieses ausgeglichen, kommen Tordifferenz, erzielte Tore und Fair-Play-Wertung ins Spiel. Das vollständige Wertungssystem der Gruppenphase ist im entsprechenden Artikel erklärt.
Besonders spannend ist die Frage der acht besten Gruppendrittplatzierten. Alle 12 Drittplatzierten aller Gruppen werden nach Punkten und Tordifferenz verglichen. Die besten 8 kommen weiter, die anderen 4 scheiden aus. Das bedeutet: Ein Gruppendritter mit 4 Punkten (1 Sieg, 1 Unentschieden) hat gute Chancen — ein Dritter mit nur 1 Punkt fast keine. Diese direkte Konkurrenz zwischen Gruppen gibt dem letzten Spieltag jeder Gruppe eine zusätzliche Spannungsebene.
Neue Regeln gelten in allen Gruppen
In allen 12 Gruppen gelten bei der WM 2026 dieselben neuen Spielregeln. Das betrifft den erweiterten VAR mit Gelb-Rot-Check und die neue Zeitspiel-Stoppuhr-Regelung. Kein Team kann sich auf altes Zeitspiel-Kalkül verlassen — die Uhr läuft nicht mehr einfach weiter, wenn eine Verletzung oder Auswechslung die echte Spielzeit unterbricht.
Das hat taktische Konsequenzen: Teams, die mit einem knappen Vorsprung in Führung liegen und früher auf Zeitspiel setzten, müssen jetzt anders agieren. Das begünstigt Mannschaften mit klarer Spielphilosophie — und ist ein Vorteil für Teams wie Deutschland, die aktiven Fußball spielen.
Das Sechzehntelfinale und die weitere K.O.-Phase sind im Artikel zur K.O.-Runde der WM 2026 erklärt.
Häufig gestellte Fragen zu den WM 2026 Gruppen
Bei der WM 2026 gibt es 12 Gruppen — Gruppe A bis Gruppe L. Jede Gruppe besteht aus 4 Teams.
Deutschland spielt in Gruppe E zusammen mit Curaçao, der Elfenbeinküste und Ecuador.
Österreich wurde in Gruppe J gelost — gemeinsam mit dem amtierenden Weltmeister Argentinien und zwei weiteren Mannschaften.
Ja. Alle 12 Gruppensieger und alle 12 Gruppenzweiten kommen automatisch ins Sechzehntelfinale. Zusätzlich qualifizieren sich die 8 besten Gruppendrittplatzierten.
Als Todesgruppe bezeichnet man eine Gruppe, in der drei oder mehr sehr starke Teams um nur zwei automatische Weiterkommen-Plätze kämpfen. Bei der WM 2026 gibt es theoretisch mehr Chancen als früher, weil der dritte Platz über die besten Gruppendrittplatzierten noch zu Weiterkommen führen kann.
Stand: Mai 2026 — Gruppenbesetzung basiert auf offiziellen FIFA-Auslosungsergebnissen. Einschätzungen sind redaktionelle Prognosen.